Liebe Homepage-Besucher,

unter dieser Rubrik - Kenjis Themen - möchte ich gern zu den verschiedensten Dingen meine Gedanken niederschreiben.

Ich möchte euch an meinen Ansichten, Ideen und Eingebungen teilhaben lassen und hoffe, dass es für euch von Interesse ist und euch vielleicht auch weiterhilft.

Themen aktuell:
Budo und Atmung (Vortragstext), Aug. 2016
Schwert und Atmung, Juli 2016

Taido und Sotaiho, Juni 2015
Kotodama  –  Kumbahaka  –  Ken-no-Suburi, Jan. 2015

Kenjis Themen  -  Teil 3    hier klicken
Haltung und Bewegung beim Budo und im täglichen Leben, April 14

Kumbahaka-Taisei, Feb. 2013 
Muto-dori - dem Angreifer das Schwert mit der bloßen Hand abnehmen, Jan. 2013
Schwertschlagen - Taido-Basistechnik, Juni 2012
Ikkōshin, Juli 2012 

Kenjis Themen  -  Teil 2    hier klicken
Kenjis Themen  -  Teil 1    hier  klicken

 

Budo und Atmung   -  Vortragstext bei der Vorführung im Stadtpark

Beim Budo steht für mich nicht Siegen oder Verlieren im Vordergrund. Viel wichtiger ist es, seinen Körpermittelpunkt, japanisch „hara“ genannt, zu finden und sich aus dieser Mitte heraus zu bewegen. Dafür sind Atemübungen ganz wichtig, bzw. sie sind eine gute Methode, um diese Mitte zu finden und zu stärken.
Auch für ein gesundes Leben ist eine gute Atmung ausschlaggebend – das vergessen wir oft.

Eine traditionelle Übung im japanischen Budo ist  „Suburi“  - mit dem Schwert schlagen.  Dabei wird nicht nur das Schlagen geübt, sondern gleichzeitig wird auch die Atmung entwickelt und gestärkt. Suburi – das Schlagen mit dem Schwert – wird heute noch in der gleichen Art und Form geübt wie auch schon früher und sieht sehr einfach aus. Aber wenn man diese schlichte Übung jeden Tag 100- oder 1000-Mal oder auch mehr macht, so spürt man eine deutliche Entwicklung von hara – der Körpermitte.
So wird besonders der Beckenbereich gestärkt, ebenfalls übt man einen stabilen Stand und festen Griff. Dadurch ist Suburi, das Schwert-Schlagen, eine gute Grundlage für alle Budotechniken. Die Techniken werden so effektiv und lebendig.

Aber nicht nur die Körpermitte und die Muskeln entwickeln sich, sondern wie schon gesagt, die Atemkraft  „Kokyuryoku“  wird durch das viele Üben auch gestärkt. Die Atmung wird kräftig, tief und lang. Ein Budo, bzw. Techniken ohne Atemkraft sind nicht so wirkungsvoll, sie sind unvollendet.

Worauf beruht Atemkraft? Einfach erklärt: bei guter Atemkraft wird das Zwerchfell bei seinen Bewegungen (die das Ein- und Ausatmen bewirken) wirkungsvoll von den Bauch-, Becken- und Rückenmuskeln unterstützt. Dadurch wird die Atmung stark und effektiv, man kann von einem starken Mittelpunkt – starkem hara – sprechen.

Die Atmung ist ebenfalls für unsere Gesundheit bedeutsam: Bei einer kraftvollen, tiefen Atmung findet ein guter Gasaustausch statt. Damit wird die Durchblutung angeregt und gleichzeitig werden durch die intensive Zwerchfellbewegung auch die Bauchorgane massiert. Ebenso wird auch das Vegetative Nervensystem angeregt. Das wiederum hat Auswirkungen auf unsere Stimmung, unsere Laune. Eine gute Atmung wirkt sich also positiv auf unser Gemüt aus!  Ärger, Angst und Stress werden abgebaut und unsere Stimmung wandelt sich zum Positiven, zu einer friedlichen, harmonischen Stimmung.

So eine seelische Verfassung ist eine wichtige Voraussetzung um ein gutes Budo zu praktizieren. Denn wir leben dann in Einklang mit unserem Körper und Geist
Das bedeutet traditionelles jap. Budo – so wie ich es verstehe und unterrichten möchte und auch bei dieser Vorführung hier zeigen möchte.

August 2016, Kenji Hayashi

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Schwert und Atmung

Es gibt viele verschiedene Budokünste. Wenn man sie verallgemeinernd betrachtet, wird ersichtlich, dass das Schwert im Mittelpunkt steht. Demzufolge kann man sagen, wenn man die Gesetzmäßigkeit und Kunst des Schwertschlagens versteht, also den „Weg des Schwertes geht“, dann versteht man Budo.
Das Schwert ist zwar eine Waffe, mit der Menschen getötet werden können, aber das ist nicht im Sinne des Budos. Durch intensives, ernsthaftes und gewissenhaftes Üben wird die Schwertkunst zu einem Weg, um sich, den Körper und Geist-Seele zu verstehen und zu verbinden. Ein Weg, um die Natur und die Energie des Universums zu erfassen.
Ich denke, es war auch schon früher für die Menschen ein Weg, um zur Erleuchtung zu gelangen. Darum ist das Schwert seit alters her ein heiliger Gegenstand. In vielen Schreinen werden Schwerter aufbewahrt und verehrt. So hat auch heute noch in Japan das Üben mit dem blanken, scharfen Schwert den Ruf, ein Weg zu Klarheit, Reinheit und Erleuchtung zu sein.

Durch Schwertschlagen wird geübt, eine gute Körperhaltung einzunehmen. Gleichzeitig werden durch die Übungen Geist und Seele geschult, so dass man kann sich selbst besser kontrollieren kann. Dabei ist die Atmung das Verbindungsglied zwischen Körper und Geist. Auf Grund dessen kommt der Atmung eine große Bedeutung zu, und sie spielt eine wichtige Rolle für eine korrekte Ausführung einer Budotechnik.

Die Atmung hat nicht nur die Aufgabe Sauerstoff dem Körper zuzuführen und CO2 wieder aus dem Körper zu leiten. Sie ist auch ausschlaggebend für die Kraft in Bauch- und Beckenbereich. Bei der Atmung findet eine Bewegung des Zwerchfells statt. Diese Bewegung wirkt sich auf viele Muskeln und damit auf die Kraft von Bauch, Becken und Rücken aus; auch auf die Beckenbodenmuskeln und den Aftermuskel. Im Japanischen gibt es für die Unterbauchkraft den Begriff „hara no chikara“. Beim Schwertschlagen ist ein Zusammenspiel mit dieser Kraft und der Arm- und Handhaltung (am Schwertgriff) sowie der Bein- und Fußhaltung und der Fußbewegung entscheidend für die Wirksamkeit einer Technik.
Der richtige Einsatz von Atmung in Zusammenhang mit Kraft und Bewegung ist als eine Körper-Geist-Seele - Übung anzusehen, die dem eigenen Selbst eine Weiterentwicklung ermöglicht. Das beschreibt auch Musashi in seinem „Buch der fünf Ringe“ und auch Yamaoka Tesshu in seinen Büchern.

Vor mehr als sechs Jahren habe ich angefangen, gegen einen senkrecht stehenden Holzstamm zu schlagen. Ich habe dabei festgestellt, dass anders als bei „Schlägen in der Luft“, sehr schnell eine Rückmeldung von den Fehlern, die man macht, kommt. Meistens zeigen sie sich durch Schmerzen und Verspannungen in Schultern oder Rücken, Arm und anderem. Aber dadurch wird man auf seine Fehler aufmerksam. Der Holzstamm wird so zu einem Lehrer, der sagt, wie gut oder schlecht die Schlagübungen sind.

Vor ca. 3 Jahren ist mir durch viel vorangegangenes Üben klar geworden, wie ich richtig schlagen muss. So übe ich jetzt intensiv jeden Tag, ohne dass ich Körperprobleme bekomme. Dabei ist mir in letzter Zeit bewusst geworden, dass das Schlagen gegen den Holzstamm gleichzeitig eine sehr gute Atemübung ist. Bei jedem Schlag atme ich intensiv aus, egal ob ich den Schlag mit oder ohne laute Stimme ausführe. In jedem Fall stärke ich dadurch meine Atemkraft.

Dieses Schlagen bewirkt einen Kumbahaka-Zustand, wie ihn Tempu Nakamura beschrieben hat (Kumbahaka siehe auch Text unten und Kenjis Themen Teil 1). Beziehungsweise es entsteht ein „Flaschenkürbisbauch“, wie Hakuin Zenji ihn in seinen Texten beschreibt.
Solch ein Bauch bildet sich, wenn sich bei der Ausatmung das Zwerchfell nach unten bewegt. Dadurch wölbt sich der Unterbauch etwas vor, er wird dick, und der Aftermuskel schließt sich. Der Bauch ist dann rund und fest - wie ein Kürbis. Dabei ist es auch ganz wichtig, den Bereich oberhalb, das Sonnengeflecht (Mizuochi), zu lockern und zu entspannen, so dass dort eine Kuhle entsteht. Von der Seite gesehen ergibt sich dann die Silhouette eines "Flaschenkürbisses“. Körperlich gesehen werden durch die Atembewegung auch die Bauchorgane gestärkt, da die Durchblutung angeregt wird. Ohne diesen „Flaschenkürbisbauch“, bzw. Kumbahaka-Zustand entstehen beim Schlagen auf den Holzstamm Probleme im Körper.

Es ist natürlich auch möglich, diese Atmung ohne Schwert zu üben. Ob mit oder ohne Schwert, wichtig ist dieser Körperzustand. Er stärkt mich, macht mich lebendig und hält mich gesund. Außerdem bewirkt diese Atmung eine positive Lebenseinstellung, durch die sich seelische Probleme lösen. Die Körperbewegungen werden lebhaft und beschwingt. Darum mache ich jeden Tag meine Schlagübungen.
Diese Atmung ist für mich auch wichtig beim Taido-Training und auch im täglichen Leben.

Juli 2016, Kenji Hayashi
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Taido und Sotaiho

Ich habe vor 15 Jahren mit Shizen-Taido begonnen. Davor habe ich Aikido unterrichtet. In meinem jetzigen Taido, in den Techniken und im Gedankengut, sind die Prinzipien von Sōtaiho fester Bestandteil. Für mich sind die Grundsätze von Sōtaiho die Basis von allen Kampfkünsten. Und diese Basis möchte ich unterrichten.
So ist der Sōtaiho-Gedanke, dass für eine richtige und gesunde Atmung, Bewegung, Ernährung und Lebenseinstellung, jeder persönlich für sich selbst die Verantwortung trägt, auch für Budokünste typisch.

Dr. Hashimoto, der Begründer der Sōtaiho-Methode, hat sich intensiv mit den natürlichen Bewegungsgesetzen des Körpers auseinandergesetzt. Auf seinen Beobachtungen und Erfahrungen basiert das Prinzip: Verspannungen und Knochenfehlstellungen werden abgebaut, wenn Bewegungen zur angenehmen Seite/Richtung ausgeführt werden.
Bei seiner Krankenhaustätigkeit hat Dr. Hashimoto festgestellt, dass bei einem schiefen Körper, also bei Fehlstellungen im Knochenskelett, auch immer Muskelverspannungen und Muskelverhärtungen vorhanden sind. Diese üben einen Druck auf Blutgefäße und Nerven aus, so dass dadurch der Blut- und Energiefluss eingeschränkt ist.

Das zeigt sich ebenso bei Budokünsten, wenn die Techniken mit Muskelkraft ausgeführt werden. Sie sind dann nicht so wirksam und effektiv, denn durch den Krafteinsatz sind die Muskeln hart und fest, und ebenso wie verspannte Muskeln, üben harte Muskeln auch einen Druck auf die Gefäße und Nerven aus.
Das trifft ebenfalls zu, wenn die Körperhaltung bei der Ausführung der Techniken krumm und schief ist. Dazu kommt noch, dass sich durch eine schlechte Haltung negative Bewegungsmuster einschleifen, die den Körper noch weiter belasten und dann zu einer Fehlstellung der Knochen führen können.

Auch Dr. Hashimotos Ausführungen zum Schwerpunkt im Körper, also zu der Lage und Verlagerung des Schwerpunkts bei Bewegungen, sind nicht nur für einen stabilen und gesunden Körper wichtig. Sie sind auch ein ausschlaggebendes Kriterium für die Wirksamkeit von Budotechniken.
Das Gleiche gilt auch für sein Prinzip der „Ganzkörperbewegung“: Jede Bewegung muss von der Körpermitte ausgehend durch den ganzen Körper gehen.

Je mehr ich mich mit Sōtaiho beschäftige, es praktiziere und lehre, desto mehr begeistert es mich und zeigt mir Lebenswege auf.
Ich habe festgestellt, dass man es wie eine Budokunst jeden Tag für sich praktizieren sollte. Dadurch lernt man seinen Körper gut kennenzulernen und wird sensibel und aufmerksam. Veränderungen, Probleme, Verspannungen und Krankheiten können so frühzeitig gespürt und dann behandelt werden.

Von Dr. Hashimotos Erkenntnissen profitiere ich sehr und bin ihm sehr dankbar.

Juni 2015, Kenji Hayashi 
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Kotodama  –  Kumbahaka  –  Ken-no-Suburi   

Ich möchte auf Grund meiner Erfahrungen den Zusammenhang zwischen diesen drei Techniken erläutern.

Mit dem Begriff  Kotodama  werden Worte / Laute bezeichnet, die eine besondere Kraft und Energie beinhalten. Kotodama war in Japan schon in früheren Zeiten wichtig und gebräuchlich. Der Aikido-Begründer Morihei Ueshiba sagt z.B. über Aikido, bzw. die Silbe Aiki, dass sie eine spezielle Wirkung und Kraft beinhaltet.
Kotodama ist auch als gesprochenes Wort(e) zu verstehen, dass eine spezielle Wirkung erzeugt. Negative Worte ziehen negative Auswirkungen nach sich, positive Worte wirken sich positiv aus.
Meister Ueshibas Lehrer, Deguchi Wanisaburo (Begründer der Ōmoto-kyo Religion), erklärt Kotodama sehr ausführlich und tiefgreifend. Seine Erklärungen sind aber schwer zu verstehen, aber ich finde, sie sind auch in der heutigen Zeit für uns von Bedeutung.
Ich versuche es einfach zu erläutern: In allen Sprachen finden sich die Vokale a e i o u, sie sind die Basis einer Sprache. Diese Vokale haben ihren Ursprung im Laut „Su“ (gesprochen mit einem scharfen S, wie im engl. sister). Andersherum gesagt, aus dem Su-Laut werden die Vokale und dann weitergehend alle Worte geboren.
Der Su-Laut wird von Deguchi Wanizaburo, bei der Omoto-kyo-Religion und auch beim Takemusu-aiki als Kreis mit Punkt in der Mitte dargestellt:    
                                           
Beim Omoto-kyo wird Su auch als Laut bezeichnet, aus dem das Universum entstanden ist und somit als Basisenergie.
Dieser Laut wird auch in vielen japanischen Schriften erwähnt. Es gibt auch viele Worte, die mit dem Su-Laut beginnen.

Ueshiba schreibt in seinem Buch Takemuse-Aiki:
Su ist ein Laut, der sich in allen Richtungen, nach oben, unten und seitlich ausbreitet und so zu einem Kreis wird. Damit beginnt die Atmung. Aus dem Su entsteht dann der einzelne Vokal „U“. Der U-Vokal steigt von unten nach oben auf und es entsteht der Vokal „A“. Wenn die Schwingung A wieder heruntersinkt entsteht das „O“. Aus diesen Vokalen, u a o, entwickeln sich die sechs Silben ta - ka - ma - ha - ra. Aus dem letzten Laut, aus Ra, entsteht eine kreisende Bewegung, eine rechtsdrehende aufsteigende Spirale. Aus dieser Spirale entsteht wiederum eine sich abwärts-, linksdrehende Spirale. Aus den Spiralen ergeben sich dann verschiedene Zusammenhänge und Verbindungen.

Ich denke, ich habe nur etwas von diesen Erklärungen verstanden und dass meine Erläuterungen unzureichend sind. Wenn ihr es genauer verstehen möchtet, lest es bitte selber nach.

Ich möchte jetzt aber von meinen eigenen Erfahrungen mit dem Su-Laut berichten. Wenn ich den Su-Laut immer weiter wiederholt habe, wurde das „u“ immer länger und nach einiger Zeit blieb nur das U übrig.
Für mich tauchte jetzt die Frage auf, ob nicht das U, bzw. die daraus entstandenen Vokale Vokale a e i o ausreichend sind, ohne das Su. Das war mir lange Zeit nicht klar. Ich habe aber dann bei meinen Übungen die Bedeutung des Su-Lautes gefühlt:

Ich habe das Gefühl, dass der Su-Laut zuerst zum Steißbein geht, dort schwingt und die Muskeln vom Aftermuskel anregt. Dadurch entwickelt sich eine „hochziehende“, schließende Wirkung auf den Aftermuskel, so dass auf natürliche Weise der Kumbahaka -Zustand entsteht. (zum Thema Aftermuskel siehe: Kumbahaka-taisei, weiter unten,  und Kumbahaka, Teil 1-4) Dadurch entfaltet sich im Unterbauch ein angenehmes Gefühl und so kann sich auch ein guter Schwerpunkt entwickeln.
Das war mit dem U-Laut allein nicht so gut zu spüren.

Beim Su-Laut stößt die Zunge vorne leicht an die Zähne, beim U-Laut bleibt die Zunge weiter hinten, außerdem sind die Zähne beim U etwas weiter geöffnet. Wenn nach dem „S“ das U folgt, geht die Zunge etwas zurück, die Kiefernmuskeln lockern sich, der Mund verbreitert sich und es entsteht eine Art Lächeln.

Wo ist jetzt die Verbindung zum Budo / Taido?
Die Verbindung ergibt sich durch Meister Tada. Meister Tada war ein Schüler von Tempu Nakamura, der intensiv Kumbahaka unterrichtet hat und auch sehr viel Wert auf positive und bestärkende Worte gelegt hat. Meister Tada hat das wiederum an mich weiter gegeben und ich habe gespürt, dass das auch für mich wichtig ist und eine positive Wirkung hat.

Ich schlage viel mit dem Holzschwert auf einen stehenden Holzstamm. Den Schlag verbinde ich mit dem Laut „eiiiii“. Dieser Laut wird sehr in die Länge gezogen, besonders am Ende das „i“. Dabei habe ich das Gefühl, dass beim Schwertschlagen durch „eiiii“ im Körper das gleicht Gefühl entsteht, die gleichen Vorgänge ablaufen wie beim den Lauten „su - u - a - e - i - o.
Wenn ich auf den Holzstamm schlage, Ken-no-Suburi übe, ist meine Technik anders als das normale Suburi. Direkt nach dem Schlag drehe ich die Schwertklinge zur rechten Seite. Dadurch entsteht eine linksdrehende Bewegung. Danach führe ich das Schwert nach oben und drehe es beim Schlag, den ich mit voller Atemkraft und dem „eiii-Laut“ ausführe, wieder zurück. Die Klinge zeigt dann nach unten. Durch diesen Bewegungsablauf entsteht eine Spiralbewegung. Durch die Spirale entsteht eine „Verdrehung“ der Hände. Mein Gefühl ist: ich wringe dir Hände, ich wringe das Schwert aus und ich „wringe“ die letzte Luft aus dem Brustkorb heraus.
Wenn ich die so Bewegung ausführe, dann habe ich das Gefühl, dass die Laute  su - a - o - e - i - u  in meiner Bewegung enthalten sind, auch wenn ich sie nicht äußere. Ebenso spüre ich dabei auch die Laute  ta - ka - ma - ha - ra.  Besonders den Spirallaut „Ra“ fühle ich bei der oben beschrieben, spiraligen Schwertbewegung

Wo und wie das genau zu spüren ist, kann ich nicht erklären. Das müsst ihr selbst erfahren.
Wie von Deguchi Wanisaburo erklärt, ist Su die Basis, der Ursprung, des Universums und damit auch der Ursprung der Bewegung. Das ist für mich der Punkt, der den Su-Laut so interessant macht.

Wenn ich die Taido-Techniken dem Su-Laut beginne (sanft und leise), dann fließt die Energie leichter zum Partner hin, die Fußbewegungen sind lockerer und schneller. Die Spannung zwischen Angreifer und Verteidiger löst sich auf. Es entsteht eine Harmonie und das Training macht Freude.

Januar 2015, Kenji Hayashi  
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